Verletzungsfrust nach Halbmarathon



Zwei Jahre verletzungsfrei und dann das…

Alles schien gut nach meinem ersten offiziellen Halbmarathon. Ich war froh und dankbar, alles verletzungsfrei überstanden zu haben. Klar, die Belastung war in den Knochen schon zu spüren, aber, hey, es wäre ja auch unnormal, wenn der Lauf völlig spurlos an mir vorüber gegangen wäre. Trotzdem blieb danach schnell die Vorfreude, mit einem langsamen Regenerationslauf  zurück in den normalen Laufalltag zu finden. 

3 Tage danach wieder am Start

Also plante ich für den Mittwoch meine erste langsame Einheit „danach“. Nur kurz sollte sie sein, die erste Strecke. Sozusagen zum Entspannen. Ich war schließlich gut und beschwerdefrei durch den Wettbewerb gekommen. Es gab keine Anzeichen einer Überlastung oder gar Schmerzen. Also startete ich optimistisch in meinen Lauf. Geplant hatte ich eine ca. 20 minütigen langsame Einheit. Gegen Ende des Laufs spürte ich nun doch meine Knie, maß dem aber keine besondere Bedeutung zu, da bisher auftauchende Belastungsschmerzen immer mal wieder kamen und unmittelbar nach dem Lauf auch sofort wieder gingen. Doch dieses Mal war es anders. Der Schmerz ging nicht wie sonst von alleine weg. So ein Mist!

Trotzdem immer weiter

Ok. Mein Körper signalisierte, dass er offenbar eine kleine Pause benötigte. Trotzdem wollte ich auf meinen sonntäglichen Lauf nicht verzichten und nahm mir vor, wenigstens eine kleine Laufeinheit zu absolvieren. Und von Mittwoch bis Sonntag sind es ja immerhin 4 Tage, um mein Kniegelenk noch etwas zu schonen. Und tatsächlich war es am Sonntag schon spürbar besser um mein Knie bestellt, und ich lief wie geplant etwa 25 Minuten im lockeren Tempo. Am Ende entschied ich aber dann doch, für eine ganze Woche mit dem Laufen auszusetzen, um meinen Gelenken etwas mehr Erholungszeit zu verschaffen. So ganz beschwerdefrei war ich trotz der kurze Strecke nämlich immer noch nicht.

Endorphine fluten meinen Körper

Eine Woche ohne? Geht gar nicht! Und ich konnte es kaum erwarten, am Sonntag wieder meine Laufschuhe zu schnüren. Ich wollte unbedingt los, nahm mir aber vor, bei den geringsten Anzeichen von Schmerzen, sofort aufzuhören und nach Hause zu gehen. Dieses Mal lief es von Anfang an besser. Klar, es zwickte noch ein bißchen im Knie, aber nach drei Kilometern lief es so gut, dass ich entschied, noch eine kleine Runde dranzuhängen. Ich fürchtete um meine grundsätzliche Fitness, wenn ich nicht sofort wieder Kurs auf meine 10 Kilometer Haus- und Hofstrecke nehmen würde. Aus der kleinen Runde wurden schließlich 11 glückliche Kilometer, nachdem mein Gehirn sämtliche Endorphinvorräte ins Blut gekippt hatte und ich wie im Rausch einfach nur lief. Befreit, schmerzfrei, glücklich…. „Ich bin wieder im Spiel!“ dachte ich und beendete meinen Sonntagslauf mit der inneren Gewißheit, dass es von nun an wieder läuft wie immer. Wie sollte es anders sein? Schließlich gab´s die letzten zwei Jahre nie Probleme mit Verletzungen.

Der endgültige Knockout am Mittwoch

Weitere 3 Tage später war ich wieder auf den Beinen und fasste siegessicher meine üblichen 10 Kilometer ins Auge. Nach 5 Kilometern spürte ich schon wieder mein Kniegelenk. „Dieses Mal ziehst Du die 10 aber durch!“ sagte ich zu mir. „So schlimm wird es schon nicht werden, bist ja am Sonntag sogar 11 Kilometer OHNE Beschwerden gelaufen.“ 45 Minuten später war  dann aber Schluss mit Lustig, und ich schlich frustriert nach Hause. Da halfen auch keine Endorphine mehr. Jetzt fiel auch zunehmend das normale Gehen schwer. Echter Frust machte sich jetzt breit. War´s das jetzt mit meiner Lauferei? Was tun?

Das kinesiologische Tape brachte inzwischen etwas Linderung, doch ans Laufen war momentan nicht zu denken.


Der Sonntagslauf fällt aus 

Heute ist Samstag. Der Halbmarathon ist jetzt 3 Wochen her. Obwohl es mit den Schmerzen schon wieder etwas besser ist, wird mein morgiger Sonntagslauf wohl ausfallen. Offenbar war ich  nach dem erfolgreich gefinishten Halbmarathon etwas übermotiviert und habe die körperliche Belastung unterschätzt.  Auch wenn ich in der Vorbereitung sehr diszipliniert gewesen war, gelang es mir im Anschluss nicht, ausreichend zu regenerieren. Stattdessen trafen Unbesiegbarkeitsgefühle und Wirklichkeit hart aufeinander. 

Wie geht es weiter? 

Abgesehen davon, dass ich jetzt mal den „Reset-Knopf“ drücken und „runterkommen“ muss, wird es nicht das Ende meiner Lauferei sein. Da bin ich mir sicher. Wohl aber bleibt das Gefühl – und die Erkenntnis , dass spätestens dann, wenn der Schmerz anklopft, dem auch angemessen Rechnung getragen werden sollte. Das habe ich nicht getan. Der Denkzettel tut meinem Übereifer vielleicht ganz gut. Denn: wie sagt der Volksmund? „Aus Fehlern wird man klug!“ In diesem Sinne: Bleibt gesund und hört auf Euren Körper! 


Fotos: pexels.com/de und Wolfgang Nass

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