Fliegen mit Ohrenschmerzen? Besser nicht! Warum, lest Ihr hier.

Erkältung im Anflug




Wie heißt es so schön? „Aus gegebener Veranlassung“. Deshalb heute mal ein Blogpost zum Thema Gesundheit und Fliegen, was mich bislang noch nie betroffen hat. Bis gestern. Es deutete sich am Mittwoch schon an. Die Nase juckte leicht. Ich fühlte mich irgendwie schlapp, und überlegte schon den ganzen Tag, ob es Sinn macht, nach Feierabend zu laufen, bevor die Erkältung mich komplett außer Gefecht setzen würde. Draußen war es spätsommerlich warm. Die Herbstsonne strahlte golden. Ideale Bedingungen. Morgen müsste ich für zwei Tage nach Berlin. Zuerst dachte ich, wie cool es doch wäre, abends in Berlin meine Schuhe zu schnüren und irgendwo eine kleine Runde zu drehen. Ich hatte mir auch schon eine Ecke ausgesucht. Der Park am Gleisdreieck. Da ich aber am Donnerstag um 4 Uhr aufstehen musste und ein langer, anstrengender Fortbildungstag anstand, habe ich mich entschieden, doch noch am Mittwochabend zu  laufen. Ich lief meine obligatorische 10 km-Runde. Da es bei uns am Oberrhein schon wieder deutlich über 20°C war, habe ich die Strecke nicht unter 1:00 h geschafft, was mich aber nicht weiter störte. Ich fühlte mich fit. Vor- und nach dem Lauf.

Flugtag

Am Abend war ich früh im Bett. Um 04.10 Uhr klingelte der Wecker. Der Flug von Frankfurt ging um 07.15 Uhr. Die Flugdauer nach Berlin wurde mit 40 Minuten angegeben. Als es langsam in den Sinkflug ging, merkte ich schon, dass mein linkes Ohr Probleme machte. Obwohl ich nur eine leichte Erkältung mit Schnupfen hatte, verursachte der steigende Druck in der Kabine echte Schmerzen im Ohr. Die verschwanden nach der Landung allerdings schnell, und ich dachte nicht weiter darüber nach.  Der Schnupfen blieb. Mein Papiertaschentuchverschleiß stieg an diesem Tag massiv an. Nur draußen war der Aufenthalt erträglich. Nicht nur deswegen genoss ich meinen Abendspaziergang am Brandenburger Tor, dem Reichstag und am Spreeufer,  wo noch immer ein Hauch Marathonatmosphäre zu spüren war. „Hey“, sagte ich mir, „man muss Ziele haben. Zwei, drei Jahre noch…höchstens!“ Die erste Glühweinbude war auch schon in Betrieb (Stand: 29. September) oder war die noch vom letzten Jahr? ????

Rückflug

Am Freitag war es in Berlin ebenso spätsommerlich warm wie am Oberrhein. Im Veranstaltungsraum lief dieses Mal eine Klimaanlage, was meinen Erkältungsstatus rückblickend betrachtet massiv verschlechterte. Erst als ich wieder an der frischen Luft kam, wurde es besser, und ich konnte den sonnigen Spätnachmittag in Berlin Mitte am Alex und den naheliegenden Hackeschen Höfen genießen. Während ich in Berlin Tegel (am ebenfalls klimatisierten Gate) auf meinen Rückflug wartete, zogen die Ohrenschmerzen spürbar an. Und da war ich noch gar nicht in der Luft. Jetzt war ich überhaupt nicht mehr gut drauf und kam ins „Googeln“, was mir im Ergebnis die Erkenntnis brachte, dass es nicht ratsam sei, mit Ohrenschmerzen ins Flugzeug zu steigen. Jetzt war es aber zu spät. In einer Stunde sollte es losgehen. Ich wollte weder umbuchen, noch eine Nacht länger bleiben oder gar einen Arzt befragen. Außerdem war ich bis zur Ankunft am Gate beschwerdefrei, was meine Ohren anging. Also musste ich da jetzt durch und stellte mich eben auf Schmerzen ein. So schlimm wird es nicht werden, dachte ich.

Foto: Flugzeug

Kaum auszuhalten

Tatsächlich verlief der Start um 20.45 Uhr und der Steigflug problemlos. Ich achtete penibel auf regelmäßigen Druckausgleich bis das Drama beim Sinkflug seinen  Lauf nahm. Die Schmerzen wurde immer schlimmer, je näher wir uns Frankfurt näherten. Beim Druckausgleich quietschte es nur seltsam im Ohr, spürte aber wenig Entlastung. Auch nach der Landung wurden die Schmerzen nicht besser. Im Gegenteil. Der ganze Kopf schien jetzt vom Schmerz erfasst. Und ich hatte noch mindestens eine Stunde Autofahrt vor mir.  Stattdessen hörte ich auf dem Ohr fast gar nichts mehr außer einem nervigen Pfeifton. Irgendwie habe ich es nach Hause geschafft und kam um 23.30 Uhr an. Als erstes habe ich ein Schmerzmittel genommen. Nach zwanzig Minuten wurde es dann besser, und ich schlief 9 Stunden durch. Die Schmerzen sind jetzt weg. Ich habe auch keine Tabletten mehr genommen und die Erkältung zieht sich langsam zurück. Im Ohr pfeift es noch ein bisschen, und ich höre alles wie durch Watte. Es wird sich nach und nach bessern. Den allgemeinen Empfehlungen, mit Ohrenschmerzen oder Erkältung nicht zu fliegen, kann ich nur folgen. Das ist nicht witzig und kann unter Umständen schlimme Folgen für das Trommelfell haben. Ich denke, ich habe (außer den Schmerzen) Glück gehabt, kann aber nur davon abraten, sich das anzutun, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Nachstehend findet Ihr die Hinweise der Lufthansa mit ein paar vorbeugenden Tipps sowie einen weiterführenden Link:

Weniger problematisch: der Start

Wenig problematisch sind meistens der Start und der anschließende Höhenaufstieg. Denn hier entsteht in der Kabine ein Unterdruck. Der im Mittelohr bestehende Überdruck kann dann sogar bei einer Erkältung relativ leicht über die Eustachische Röhre ausgeglichen werden.

Bei Erkältung schmerzhaft: die Landung

Probleme bereitet häufiger die Landung, denn bei einem Höhenabstieg mit wieder steigendem Kabinendruck besteht die Möglichkeit, dass der natürliche Druckausgleich durch eine erkältungsbedingte Schleimhautschwellung gestört wird. Es kommt dann zu einem Unterdruck im Mittelohr mit einer Belastung des Trommelfells, die schmerzhaft sein kann.

Weitere Infos:

http://www.parken-und-fliegen.de/flugreisemagazin/1069-mit-mittelohrentzuendung-fliegen-wer-nicht-hoeren-will/


Fotos: Lizenzfrei www.pixels.com / © Daniel Bär



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