New York (18.-24. April 2022)

Einfach mal machen

„Lass uns mal nach New York!“ „New York steht auch noch auf unserer To-Do-Liste.“ „Sollen wir nicht mal nach New York?“ „New York wäre auch mal ganz schön.“ So, oder so ähnlich geht es schon seit Jahren bei uns. Bis Weihnachten. Da haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und einfach gebucht, nachdem wir unserem Sohn das Versprechen abgerungen haben, in der Woche nach Ostern kurzfristig wieder zuhause einzuziehen. Schließlich musste seine 12-jährige Schwester und der Hund dieses Mal zuhause bleiben. Erstmals ohne Anhang sollte es mal wieder nur zu zweit los gehen. Einfach mal machen.

Ankunft auf dem falschen Planeten

Kurz vor dem Touch-Down auf amerikanischem Boden schütteln uns die Turbulenzen noch mal ordentlich durch. Dabei wollte ich doch beim Landeanflug die Freiheitsstatue auf Film bannen, was nun Dank des Wetters ziemlich in die Grütze geht. Am Ende setzen wir dann doch sanft auf. Nach über 8 Stunden Flug sind wir an unserem Terminal beim Airport Newark angekommen. Wir bahnen uns den Weg an den Grenzbeamten vorbei und machen uns mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln Richtung Manhatten auf. Keine Ahnung, wie wir in diesen Zug nach Downtown gekommen sind. Von außen wegen der verspiegelten Scheiben nicht einsehbar und von drinnen wegen unserer erhöhten Sitzposition kaum ein Blick nach draußen möglich. Wir sitzen mit unserem Gepäck eingepfercht irgendwo im Gang. Um uns herum sitzen  – oder man sollte besser sagen „hängen“-  die Menschen meist halb schlafend in ihren Sitzbänken und nehmen von ihrer Umgebung kaum Notiz. An jeder Haltestelle großes Gedränge an den Ausgängen des Zuges. Dann wieder düstere Stille, dann wieder lautes Gedränge. Auf welchem Planeten sind wir gelandet?

Wechsel in die New Yorker U-Bahn (Metro)

Ausstieg an der Penn Station und von dort mit der Metro Richtung Wall Street. Das ist der Plan. Doch wohin des Wegs und wo ist der Zugang zur Metro? Und wie kommen wir an Tickets? Die Vorstellung, dass die Größe einer Metrostation in New York mit einer U-Bahnstation aus Berlin, Hamburg oder München vergleichbar sei, könnt Ihr getrost vergessen. Und da hatten wir Grand Central Terminal noch gar nicht gesehen.  Aber vorab zum Trost:  wer das Prinzip einmal verstanden, kommt trotz der Größe schnell klar. Und wer sich traut, einen der zahlreichen Servicemitarbeiter anzusprechen, bekommt auf seine Fragen schnell und vor allen Dingen freundlich Hilfe, die wir so nicht erwartet haben. Geduldig führt ein Mitarbeiter am Metroautomaten jeden Touristen Schritt für Schritt durchs komplizierte Automatenmenü bis zum gewünschten Ziel, sprich Ticket. Und so halten auch wir am Ende glücklich unser Wochenticket für die kommende Tage in unseren Händen.

Ankunft Wallstreet

Unser Hotel, Gild a Hall, liegt 5 Minuten fußläufig vom One World Tradecenter in der Gold Street. Noch näher wäre es von der Metrostation Fulton Street gewesen. Doch ein erneuter Metroumstieg für die paar gesparten Meter hätte nicht gelohnt.

Check-in Gild a Hall – unser Hotel

Foto: WTC Selfie

Um ca. 16.00 Uhr New Yorker Zeit checken wir ein und nehmen uns fest vor, eisern durchzuhalten, um die 6 Stunden Zeitverschiebung zu Graben-Neudorf möglichst schnell zu kompensieren. Wir haben das Hotel im Finanzdistrikt bewusst gewählt. Von dort lassen sich viele Sehenswürdigkeiten, die auf dem Plan stehen, zu Fuss bewältigen. Dazu gehören neben dem Museum 9/11 u.a. die Fähre nach Staten Island, die Wallstreet, die Trinity Church, der Charging Bull und die Brooklyn Bridge. Gegen Spätnachmittag raffen wir uns nochmal auf, um in den nahegelegenen Park zur Gedenkstätte zu gehen. Wir wollen an die großen Wasserbecken und stellen verwundert fest, dass ab 17 Uhr keine Besucher mehr erlaubt sind. Das Gelände ist abgesperrt und wird von Sicherheitsleuten bewacht. Auf große Action haben wir heute keine Lust mehr und erkunden deswegen die nähere Umgebung des Hotels. Essen müssen wir schließlich auch noch irgendetwas, nachdem die Verpflegung auf dem langen Flug nicht so ganz nach unserem Geschmack war.

71 Nassaustreet „Salt & Pepper“

Essen in NYC – besser als der Ruf

Wir stellen schnell fest, dass es entgegen unserer Erwartung mehr als genug kleine Restaurants und Läden gibt, in denen man sich gut und abwechslungsreich versorgen kann. Selbst ein Supermarkt ist gleich um die Ecke. Er hat phänomenale Öffnungszeiten bis zwei Uhr nachts. Für´s Erste stolpern wir in die nahegelegene kleine Burgerbude „Salt & Pepper“ in der 71 Nassaustreet. Wir bestellen zwei Burger und Pommes. Kann man am ersten Tag erst mal nix verkehrt machen, denken wir. Wir sind tatsächlich überrascht, wie gut die Qualität des Essens ist, wo wir natürlich – völlig vorurteilsfrei- nie mit gerechnet hätten. Selbst die Pommes, der vermeintliche Notnagel, hätten die Burger uns nicht satt gemacht, wären nicht notwendig gewesen, so stellen wir später fest. Ein paar Meter weiter gibt es einen Pizzabäcker und um die Ecke ein Nudelrestaurant. Dort wird der frisch zubereitete Nudelteig vor den Augen der Kundschaft zu Spaghetti, Penne oder Macaroni verarbeitet. Genügend Nudelmaschinen stehen ja rum. Der Chefnudelmacher und Inhaber stammt aus Sizilien, so er erzählt er uns ein paar Tage später, als wir dort essen. Kein Wunder, dass uns seine Nudeln und vor allem seine Soßen schwer begeistern. Überhaupt sind wir vom Essen sehr angetan, auch wenn uns die Preise zeitweise die Tränen in die Augen treiben. Aber Zweidollarfünfzig-Pizzen, die es in New York auch gibt, sind einfach unterirdisch. Kann man mal machen, sind auf Dauer aber kein Genuss.

Preise – nicht drüber nachdenken

Die Preise für einen durchschnittlichen Restaurantbesuch lassen uns gar nicht erst auf die Idee kommen. Da summieren sich die Beträge  beim kleinen Italiener um die Ecke für ein Abendessen für 2 Personen schnell auf über 100$, das Dessert nicht mitgerechnet. Ihr müsst ja immer rechnen: die angegebenen Preise sind Nettopreise. Dazu kommen Steuern und Trinkgelder. Bei Letzteren sind mittlerweile 15% – 20% der Rechnungssumme üblich. Wenn Du nur 10% gibst, gilt das schon als „poor“ – „armselig“. Dennoch sind wir insgesamt mit unserer Essensbudgeplanung gut über die Runden gekommen. Das Hotel ist mit Frühstück gebucht, was wir nur empfehlen können. Ansonsten liegen unsere Mahlzeiten während unserer Touren durch die Stadt preislich zwischen 8 $ und 18$ Dollar pro Nase. Wasser für den Tag besorgen wir uns am Abend vorher im Supermarkt. So kommen wir gut klar.

Wetter – extrem schwankend

Eigentlich wollte ich nicht über´s Wetter in New York sprechen. Aber ich habe mich anders entschieden. Warum? Weil es so extrem ist, extrem schwankend nämlich. Heute bläst dir trotz Sonnenschein der eisige Wind um die Ohren, und es pfeift durch die Häuserschluchten. Du wunderst dich, wie es so kalt es sein kann und wünschst dir Mütze und Handschuhe. Tags darauf weisst Du nicht, was du zuerst ablegen sollst, so warm ist es plötzlich. Am nächsten Tag ist es bedeckt und wieder saukalt und am übernächsten Tag schwitzt du dir wieder einen Wolf. Seid um diese Jahreszeit also vorbereitet. Alles ist möglich.

Rund um den Timesquare

Heute ist es saukalt. Die Sonne will auch nicht richtig rauskommen. Also entscheiden wir uns für die Fahrt nach Midtown und wollen an die ersten Punkte unserer Sight-Seeing-Liste ein paar Haken dranmachen. Dazu gehören ein paar Klassiker, die man vermutlich nur einmal besucht, und zwar dann, wenn man das erste Mal in der Stadt ist. Wir sind halt Touris und bestehen darauf, auch wenn andere uns dafür belächeln. Punkt 1: Lobby des Empire State Buildings. Der Wunsch meiner Frau. Warum? Irgendwas mit Meg Ryan und Tom Hanks und „Schlaflos in Seattle“. Selfie, Check! und Haken dran. Punkt 2: Macy´s. Das folgenschwere Betreten des weltweit größten Kaufhaus kann ich gerade noch verhindern. Vorerst. Punkt 3: Das Flat Iron – Building sehen wir schon von Weitem. Leider ist es an der Frontseite eingerüstet und wir schenken uns den weiten Fussweg für ein so „uncooles“ Foto. Punkt 4: Am Timesquare ist es weniger spektakulär als erwartet. Vielleicht liegt es an der frühen Tageszeit oder am trüben Wetter. Die bunten Werbedisplays sind schon beeindruckend und man muss das mal gesehen haben als Erstie in NYC. Es ist für uns aber nichts, was wir als Highlight von New York bezeichnen würden. Möglicherweise ist es am Abend spektakulärer als tagsüber. Aber abends sind wir einfach zu platt für großartige Nachtausflüge. Punkt 5: The Grand Central Terminal. Kulisse zahlreicher Kinofilme und zentraler Verkehrsknotenpunkt von New York. Die Ausmaße des historischen Gebäudes erscheinen hier viel größer als am heimischen Bildschirm. Ehrfuchtsvoll wandeln wir durch die große Halle und machen die obilgatorischen Fotos und Selfies.

Rockefeller Plaza – Pompöse Weihnachten in New York?

Punkt 6: Rockefeller Plaza mit dem Rockefeller Center. Dort, wo Weihnachten am Schönsten zu sein scheint.  Dort, wo an Weihnachten dieser monströse Christbaum steht und die Familien davor friedlich ihre Eislaufrunden drehen. Wer das im Kinofilm oder im Fernsehen sieht, ist regelmäßig beeindruckt und es weckt – jedenfalls war das bei uns so – dieses Gefühl, nur einmal zum Weihnachtsshopping nach New York City fahren zu dürfen und diese Atmosphäre einzufangen. Ehrlich gesagt, sind wir ein bisschen enttäuscht. Wir fragen uns, wie groß der Weihnachtsbaum angesichts der beengten Platzverhältnisse vor dem Gebäude wirklich ist? Alles nur Show? Die Eisfläche vor dem Karlsruher Schloss erscheint uns außerdem viel großzügiger als die paar Quadratmeter, auf denen man vor dem Rockefeller Center im Kreis laufen kann. Aber vielleicht täuscht das auch vor dem Hintergrund all der anderen gewaltigen Gebäude drumherum. Den nahegelegenen Bryant Park nutzen wir für eine kleine Pause nachdem wir uns in einem der zahlreichen Restaurantläden gestärkt haben. Der Wind wird immer eisiger und wir entscheiden uns gegen Nachmittag, den Rückweg ins Hotel anzutreten. Allerdings nicht ohne ein paar Zwischenstopps zum Shopping. Die Kälte tut ihr Übriges, um uns schließlich vom Rückzug ins warme Hotel zu überzeugen.

Staten Island Ferry – kostenlos zur Freiheitsstatue

Der kommende Tag verspricht schön zu werden. Der Himmel über den Häuserschluchten strahlt in seinem schönsten Blau, während wir langsam aus den Schatten der Wolkenkratzer heraustreten. Wir spazieren durch den Batterypark am Wasser entlang Richtung Staten Island Ferry. Obwohl die Sonne an diesem Morgen scheint, ist es noch empfindlich kalt. Mit der Fahrt nach Staten Island versprechen wir uns einen atemberaubenden Panoramablick auf Manhatten und werden nicht enttäuscht. Ganz nah gleiten wir ein Stück weiter an der Freiheitsstatue vorbei und knipsen was das Zeug hält. Statt einen halben Tag auf Liberty Island zu verschenken, wo bereits Massen von Menschen nur darauf warten, einmal die Freiheitsstaue zu besteigen, begnügen wir uns mit der kostenlosen Schifffahrt. Drüben angekommen, nutzt Kerstin die Gelegenheit zu einem kurzen Shoppingstop in einem der zahlreichen Outletstores. Derweil setze ich mich in die wärmer werdende Sonne und lasse meinen Blick über die Skyline schweifen. Auf dem Rückweg entscheiden wir uns dann spontan, direkt weiter zu den Hudson Yards zu fahren. Auf zu „The Edge“. Das Wetter ist einfach fantastisch heute.

The Vessel & The Edge – „Could you please take a photo of us?“ Top Highlight

Als wir die Metrostation an den Hudson Yards verlassen, sticht uns neben den vielen kleinen Foodtrucks „The Vessel“ins Auge. Ein umstrittenes Kunstwerk, welches nach drei Suiziden innerhalb weniger Monate vorerst für den Publikumsverkehr gesperrt ist. Uns bleibt nur der Blick von unten in die eigenwillige Architektur des Bauwerks. Daneben betreten wir eine Mall, die gleichzeitig zum Eingang  der Aussichtsplattform führt.
The EdgeDie Geschäfte dort, das merken wir sofort, sind nicht unsere Preisklasse. Wir suchen den direkten Weg zu den Aufzügen. Vorher lösen wir an einem großen Displayterminal unsere Tickets (49$ pro Person). Die Fahrt auf etwa 300 Meter ist in wenigen Sekunden erledigt. Vom Antrieb und der Geschwindigkeit, wie man es von früher kennt, wenn man damals auf den Stuttgarter Fernsehturm gefahren ist, ist nichts zu spüren. Keine weichen Knie oder ein flaues Gefühl im Magen. Während der Fahrt nach oben bauen sich in den Aufzugwänden spektakuläre Grafiken der Wolkenkratzer auf. Wir stehen inmitten von Displays, die die Kabine begrenzen. Die Fahrt nach unten setzt später noch einen drauf.
Als wir ins Freie treten, eröffnet sich uns ein atemberaubender Blick auf die Stadt. Die schrägen Glaswände erweitern den Blick nach unten und wenn man den Glasboden betritt, schaut man 335 Meter senkrecht in die Tiefe. Die spitz zulaufende Ecke auf der Plattform ist das Highlight für Selfie-Fetischisten. Geduldig warten alle bis sie an der Reihe sind. Die Nächsten in der Schlange bekommen kurzerhand das Smartphone in die Hand gedrückt: „Could you please take a photo of us?“ Schnell noch ein letztes Foto für die anderen, bevor man selbst an der Reihe ist. So geht das immer weiter, bis auch wir endlich in dieser verdammten Ecke stehen dürfen 🙂 „Could you please take photo of us?“ „Yes, of course!“ Click. „Thanks!“ und schon geht´s weiter. Und Alles ohne Gedränge oder Hektik. Die Sonne lacht vom Himmel und entschädigt uns mit der Wärme, die wir gestern so schmerzlich vermisst hatten. Wir kosten jeden Blick aus jedem Winkel aus und setzen uns abschließend noch ein paar Minuten auf eine der erhöhten Stufen. Von dort beobachten wir das bunte Treiben auf der Plattform. Menschen kommen und gehen. Allzu voll ist es heute nicht.
Auf der Fahrt nach unten scheint es, als schwebten wir samt Kabine nicht auf dem direkten Weg nach unten sondern machten dabei einen Ausflug um The Vessel und nehmen noch einen Blick von oben über den Higlinepark mit, bevor wir wieder sanft landen und die Wände sich wieder in gebürstetes Edelstahl verwandeln. Ein Drohnenausflug erster Klasse, der im Nu wieder vorbei ist. Doch das nächste Highlight will schon erkundet werden.

Highlinepark & Chelsea Market – Top Highlight

Gleich um die Ecke der Mall beginnt der Highlinepark. Zwischen alten Gleisen und saftigem Grün und pink blühenden BäumenHighlinepark promenieren wir auf frischen Holzplanken. Rechts und links finden sich immer wieder Bänke zum Verweilen. So geht es auf der alten Hochbahntrasse über etwa 2 km Richtung Norden. Im Rücken immer wieder der Blick auf das von der Sonne bestrahlte und glänzende Gebäude mit der Aussichtsplattform, auf der wir eben noch standen. Zwischendurch verlassen wir die Line und machen einen Abstecher in den nahegelegenen Chelsea Market. Weil das Wetter aber heute so hammermäßig ist, trinken wir dort nur einen kleinen Kaffee. Wir schlendern einmal durch und gehen zurück zum Highlinepark. Dort wollen wir noch die Zeit im Freien genießen und legen uns auf eine der Bänke, die gerade frei geworden ist. Später setzen wir unseren Weg bis zum Ende fort. Wir stellen zufrieden fest, dass wir heute einen außergewöhnlich schönen und erfolgreichen Tag hatten.

Memorial 9/11 & Centralpark

Charging BullHeute ist das Kaiserwetter von gestern schon wieder Vergangenheit. Es ist bedeckt und kalt. Wir sind auf der Suche nach dem Bullen („Charging Bull“). Wer ihn vor der Börse sucht, wird enttäuscht sein, denn da ist er nicht zu finden. Wenn Ihr auf dem Broadway in Richtung Battery Park marschiert, stoßt Ihr automatisch auf die große Bronzefigur. Hier das gleiche Selfie-Spiel wie auf der Aussichtsplattform. Wer darauf keinen Bock hat, krault dem Stier von hinten die Klöten und kommt so zu seinem Foto. Nur eben schneller. Wir reihen uns geduldig ein. So viel Zeit muss sein. Da es noch früh am Morgen ist, ist die Warteschlange auch überschaubar. Den Bären sucht Ihr hier vergeblich. Den gibt es nämlich gar nicht. Die Fotos vom Bullen und Bär, die man gemeinhin kennt, stammen vielmehr vom Börsenplatz in Frankfurt. Wir machen uns auf den Weg zurück zum Museum. Dabei kommen wir an der Trinity Church vorbei. Dort wurde 2004 „Das Vermächtnis der Tempelritter“ mit Nicolas Cage gedreht und wir wollen jetzt unbedingt die Kirche von innen sehen. Die Ernüchterung ist groß. Schnell wird klar, hier können unmöglich die Innenaufnahmen gedreht worden sein. Die Kirche ist viel zu klein und auch die Innenarchitektur stimmt nicht mit den Filmaufnahmen überein. Zuhause in Deutschland recherchieren wir nach. Die  Innenaufnahmen stammen tatsächlich aus einer Kirche in Kalifornien, die zu einer Privatschule gehört. Schade. Und trotzdem schön, einmal das einst höchste Gebäude New Yorks (!) von innen gesehen zu haben.

Museum 9/11 – ein Muss

Wer den 11. September 2001 selbst erlebt hat, kann sich im Museum noch einmal in diese Zeit zurückversetzen lassen. Viele Bilder kommen wieder hoch. Kaum zu glauben, dass wir jetzt an genau diesem Ort sind, an dem damals die beiden Flugzeuge in die Türme krachten. Die Ausstellungsräume befinden sich genau unterhalb der beiden Wasserbassins, wo die beiden Türme standen. Dort unten  begrenzen die Fundamente von Nord- und Südturm die Museumsräume. Die dort ausgestellten Relikte verdeutlichen die Größe der Gebäude und die brachialen Kräfte, die beim Einschlag, beim Brand und beim Kollaps der beiden Türme geherrscht haben müssen. Auch wenn man nun mit eigenen Augen sieht, welches Schicksal die Menschen und die Stadt getroffen hat, bleibt es doch unvorstellbar, was Memorial WTChier passiert ist. Du siehst das zusammengeschmolzene Feuerwehrauto, kannst dir die Hitze aber nicht vorstellen. Du siehst diesen verbogenen riesigen Stahlträger, kannst dir die physikalischen Kräfte, die darauf gewirkt haben müssen aber nicht ausmalen. Jeder wird seinen Besuch dort unten anders empfinden. Wir sind dankbar, einmal die Größenverhältnisse und auch die örtlichen Gegegebenheiten jetzt besser einordnen zu können. Oben betrachten wir die Bassins mit dem herabfallenden Wasser. Die Namen aller Opfer sind hier am Beckenrand in das Metall gestanzt. Darunter auch der Name eines Familienvaters aus einem Nachbarort, der in einem der Flugzeuge saß. Die Gedenkstätte ist ein würdiger Ort. Ein Besuch ist unbedingtes Muss für jeden New York-Reisenden.

 

Centralpark

CentralparkEin Besuch im Centralpark darf auf keinen Fall fehlen. Unseren ursprünglichen Plan, uns für zwei Stunden ein Fahrrad zu mieten, haben wir aus zwei Gründen wieder verworfen. Erstens ist es einfach viel zu kalt und zweitens lassen sich mit dem Fahrrad nur bestimmte Wege befahren. Die kleinen verschlungenen Pfade kann man nur zu Fuß erkunden. Wir betreten den Park vom Norden her (Metro: Central Park North). Die interessanteren Ecken beginnen aber eher im mittleren Teil der Parkes mit dem Bethesda Teich und der breiten „Mall“. Beides kennt man aus zahlreichen Kinofilmen und TV-Produktionen. Jetzt im April beginnt alles zu blühen. Ein paar Wochen später, und der Park entfaltet seine volle Pracht. Aufgrund der kalten Witterung ist wenig los auf den Wegen. Auffällig sind die vielen Hundesitter, die mit drei oder mehr Hunden im Park unterwegs sind. Und überall begegnen uns Läufer und Radfahrer. Der Park ist wie gemacht für sportliche Aktivitäten. Handball, Basketball und Tennis. Bowling, Cricket und Football. Alles ist möglich. Als wir den Park im Süden wieder verlassen, haben wir ordentlich Kilometer gerissen, ohne auch nur an einem einzigen Wolkenkratzer vorbeigekommen zu sein.

Brooklyn Bridge

Stahlblau ist er heute wieder. Kein  Wölkchen trübt den Himmel. Perfektes Wetter also für unseren heutigen Trip. Vom Hotel aus sind es nur ein paar Minuten zur Brooklyn Bridge. Da es noch früh ist, gibt es kaum Menschen auf der Brücke. Ein paar Souvenirhändler bauen ihre Stände auf. Später gibt es dort Sonnenbrillen und Schildmützen zu kaufen. Immer wieder bleiben wir stehen und machen aus allen möglichen Perspektiven Fotos mit dem Blick zurück von der Brücke auf die Skyline. Das perfekte Foto wird hoffentlich dabei sein. Nach einer knappen Dreiviertelstunde kommen wir in Brooklyn an und folgen einzelnen Touristen zum „Dumbo“. Das ist DER Aussichtspunkt mit dem berühmten Blick auf die Manhattenbridge. Das solltet ihr nicht verpassen, wenn ihr ein paar coole Fotos schießen wollt. Hundert Meter weiter habt ihr dann den perfekten Skylineblick mit der Brooklynbridge. Feuer frei für alle Fotografen, solange das Licht an diesem Vormittag die Szenerie am anderen Ende der Brücke in Manhatten in den perfekten Farben erstrahlen lässt.

Icecream BrooklynWir suchen uns ein ruhiges Plätzchen und finden die Aussichtsterasse eines kleinen Hotels, auf der wir uns für die nächste halbe Stunde niederlassen. Später schlendern wir dann weiter. Unter der Brücke durch und links weg spekulieren wir auf Eiskrem, da es heute ausreichend warm dafür ist. Beim Anblick der Preise streiken wir. Eine Kugel Eis der „Besten Eiskrem Brooklyn´s“ schlagen hier mit 6,50$ zu Buche. Immerhin sind es bei zwei Kugeln nur noch 8,50$. Schnäppchen. Wir gehen ein paar Schritte weiter und finden eine Häagen-Dazs-Filiale. Nein, wir verraten den Preis für die Kugel nicht. Nur so viel: es war eeetwas günstiger. Den Rest des Tages verbringen wir dann wieder in Midtown am Bryant Park, bei Macy´s und hinterher bei Starbucks. Wir schnappen uns unseren Kaffee und setzen uns in eine kleine grüne Oase, direkt neben Macy´s. Dort „chillen“ wir ein bisschen, verschicken ein paar Posts an Freunde und Familie zuhause und lassen es uns gut gehen.

Stone Street – Hoch die Hände, Wochenende!

StonestreetAbends geht es bei uns im Viertel in der Stonestreet ab. Jeden Freitagnachmittag wird nach Feierabend die Strasse für den Verkehr gesperrt. Dann werden Tische und Bänke auf die Strasse geräumt und die Stonestreet wird zur Partymeile. Die anliegenden Gastronomen haben gut zu tun und die Stimmung ist gelöst. Hier trifft sich Jung und Alt zum Plausch zum Bier zum Snack. Wir mischen uns einfach darunter und haben auch den einen oder anderen lockeren Talk. Eindeutige Empfehlung. Daumen hoch!

Abschied

Für den letzten Tag haben wir keine konkreten Pläne. Um 15 Uhr am nächsten Tag müssen wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen machen. Am Vormittag möchte ich noch gerne einen Blick auf das UN-Gebäude werfen. Wo ich schon mal hier bin, will ich mir das nicht entgehen lassen. Schließlich begegnet einem das Gebäude ständig in den Nachrichten. Um das örtlich in dieser riesigen Stadt einzuorden, machen wir den Abstecher zur UN, welches Tudor Greendirekt am Eastriver zu finden ist. Direkt gegenüber führen Treppenstufen in ein höher gelegenes ruhiges Wohnviertel. Dort finden wir einen der zahlreichen kleinen Parks der Stadt. In ihrem Grün finden Vögel und Eichhörner einen Lebensraum. Und für die Großstadtbewohner sind sie immer eine kleine Oase der Ruhe und Entspannung.

Am Nachmittag geht es dann wieder zum Newark Airport und wir fliegen zurück nach Frankfurt.

Am Ende der Reise bleibt, dass sich der Städtetrip wirklich gelohnt hat. Auch ein erneuter Besuch ist nicht ausgeschlossen. Trotz der Größe und der Hektik dieser Metropole erleben wir eine Stadt voller freundlicher Menschen. Das überwiegt bei weitem den Eindruck, den eine so große Stadt aus Stahl und Glas auf den ersten Blick vermuten lässt. Und die Erkenntnis verfestigt sich: Einfach mal machen.

jetzt teilen

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.