Wie Whisky-Blind-Verkostungen vor Enttäuschungen schützen

Welche Blog-Kategorie?

Ich war am Überlegen, in welche Blog-Kategorie ich das Thema Whisky-Verkostung überhaupt einordnen soll. Jetzt ist es unter „Ernährung“ zu finden. „Ernährung“ ist hier im weitesten Sinne zu verstehen 😉. Die Erstellung einer Ernährungs-Unterkategorie „Getränke“ oder gar „alkoholische Getränke“ wollte ich vermeiden, sonst kommen wir zu weit weg vom Sport- und Gesundheitsgedanken dieses Blogs. Wahlweise findet sich das Thema unter „Lifestyle50plus“. Da ich ein Gegengewicht zu den frauenlastigen Fashion- und Beauty-Blogs sein möchte, erschien mir das Thema Whisky-Verkostung männlich genug, um es hier mit aufzunehmen. 

Welche Whiskysorten?

Mittlerweile habe ich mehrere Whisky-Blind-Verkostungen hinter mich gebracht – wenn man das so sagen kann. Sie waren alle privat organisiert und hatten ein zentrales Thema: Das Tasting von Single-Malts (ausschließlich).

Zur Definition: „Als Single-Malt-Whisky werden Whiskys bezeichnet, die zwei besondere Bedingungen erfüllen: Sie stammen zum ersten aus einer einzigen Brennerei, sind also kein Verschnitt aus mehreren Whiskysorten (daher Single, deutsch: einzeln). Zum zweiten wird als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste verwendet (deswegen Malt, deutsch: Malz). Der Zusatz Single Malt wird als Prädikat verstanden, die so ausgezeichneten Whiskys sind in aller Regel besonders hochwertig. Hinzu kommt ihre besonders lange Lagerung, die Reifungszeit währt oft ein Jahrzehnt und länger.“ (Quelle: www.wikipedia.de)



Wozu überhaupt verkosten?

Freunde von Jim Beam oder Jack Daniel´s & Co. können getrost zuhause bleiben, sofern sie nicht bereit sind, den Whisky pur und ohne Eiswürfel oder sonstwie gemixt zu verkosten. Hintergrund einer Whisky-Verkostung ist meist der Wunsch, einfach mal einen Whisky zu probieren, ohne gleich einen Haufen Geld in eine Flasche zu investieren, die nachher im Spirituosenschrank einstaubt, weil das Zeug wie Vogelsand schmeckt und weil man – ahnungslos wie man ist-  glaubt, Whisky sei Whisky – schmeckt eh alles irgendwie gleich. Die Unterschiede sind gewaltig. Es lohnt sich, die Gelegenheit einer Whisky-Verkostung zu nutzen, wenn man ernsthaft daran interessiert ist, seine persönlichen Geschmacksvorlieben zu entdecken. 

Whiskyverkostung Single-Malt Whiskyfässer

Die Vorbereitungen

Jeder Teilnehmer bringt einen Single-Malt-Whisky seiner Wahl mit und eventuell eine Begleitung, die den Verkoster später wieder mit dem Auto sicher nach Hause bringen kann. Wenn möglich, lasst das Auto einfach zuhause stehen und kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Gebt den Whisky gut getarnt beim Gastgeber ab. Achtet bei der Reihenfolge des Tastings darauf, dass die kräftigen Whiskys am Schluss ausgeschenkt werden. Das vermeidet Verzerrungen in der geschmacklichen Wahrnehmung der einzelnen Sorten. Wenn Ihr einen Kenner dabei habt, kann er bei der Auswahl der Reihenfolge Hilfestellung leisten.

Die Verkostung

Verkostet an einem Abend nicht mehr als 5 – 6 Whiskys. Die Geschmacksnerven werden sehr beansprucht und irgendwann sind die Eigenarten der unterschiedlichen Whiskys kaum mehr voneinander zu unterscheiden. Neutralisiert zwischen den Gängen mit Wasser und Weißbrot.

Testet die Whiskys am besten in Whisky-Nosing-Gläsern, damit Ihr ein ausgewogenes Ergebnis bekommt. Zur Bewertung nutzt eine der zahlreichen Vorlagen, die im Internet angeboten werden. Beispielhaft biete ich Euch hier eine Vorlage zum Download an. Verwendet pro Whisky-Verkostung einen Bogen. Orientiert Euch bei der Bewertung an der Spinnengrafik, die ich persönlich für eine sehr gelungene Methode halte, die Whiskys geschmacklich einzuordnen. Es gibt kein Richtig oder Falsch in der Bewertung. Sie entspricht Eurem persönlichen Empfinden.

Die Reihenfolge

Beginnt bei der Verkostung mit dem „nosing“. Beschnuppert den Whisky ausführlich und tragt Euer Ergebnis in den Bewertungsbogen ein. Dann nehmt einen Schluck in den Mund, lasst den Aromen ausreichend Zeit, um Eure Zunge und Gaumen zu umspielen, bevor Ihr ihn herunterschluckt. Ich verspreche Euch schon jetzt die eine oder andere Geschmacks-Explosion. Eigene Geschmacksumschreibungen wie: „Schmeckt wie Heftpflaster“, „Vogelsand“ oder „Tankerunglück“ haben durchaus einen natürlichen Bezug zum Ursprung des einen oder anderen Single Malts. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Ihr sollt selbst unvoreingenommen an das Thema heran gehen.

Whisky-Verkostungen unter ein Motto stellen

Whisky-Verkostungen können auch gut dazu genutzt werden, sich einem bestimmten Thema zwanglos zu nähern. Z. B. Musik der 70er Jahre, ein berühmter Buchautor oder ein Interpret / eine Band. Vielleicht findet sich im Vorwege ein Teilnehmer oder Gast, das Thema vorzubereiten und zwischen den Verkostungen ein paar Minuten zu referieren. Dabei können kurze Textpassagen vorgelesen oder Musikstücke zur Untermalung angespielt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, zwischendurch  eine kleine Quizrunde zu veranstalten. Beim letzten Mal hatten wir 4 kurze Runden, in denen uns Fragen zu allerlei nützlichem und unnützen Wissen gestellt wurden. Das Ergebnis wird am Ende ausgewertet. Das verkürzt die Wartezeit zwischen Whiskys und erheitert die Runde meist zusätzlich. Für den Sieger kann ein kleiner Preis ausgelobt werden, muss aber nicht. 

Whiskyverkostung Springbank Single-Malt

Auswertung der Verkostung

Sind alle Whiskys verkostet, geht es an die Enthüllung der edlen Flaschen. Meist hat sich bei dem einen oder anderen schon ein Favorit herauskristallisiert. Nacheinander werden die Whiskys nun vorgestellt. Auch ich habe beim letzten Mal einen weiteren Favoriten ausgemacht, der bald Aufnahme in meiner Sammlung finden wird. Ich hoffe, Ihr findet auch Euren ultimativen Single-Malt-Whisky.

Literaturtipp

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Ein Standardwerk, das in keinem Bücherregal eines Single-Malt-Liebhabers fehlen darf, ist die Ausgabe von Michael Jackson – nein, nicht vom King of Pop. Der Autor heißt zufällig genauso.
Hier findet Ihr fast alle Single-Malts mit genauer Beschreibung zur Herkunft, Alter, Geschmack und einer abschließenden Bewertung innerhalb einer Skala von 0-100 Punkten.  Viel Spaß beim Einstieg in die Welt des Single-Malt-Whiskys!


Berichtet von Euren Erfahrungen bei Whisky-Verkostungen. Wer ist Eurer Favorit?

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