Warum das 3. Kind 4 Beine hat

„Zieht ein Hund ein, zieh ich aus!“

Hündin Amy

Das war meine Maxime. Jahrelang. Und jahrelang erfolgreich. Ich meinte es ernst bis, ja bis Amelie (kurz: Amy) kam. Kerstin lag mir deswegen schon lange in den Ohren. Als wir die ersten Jahre wieder zur Miete wohnten,war das Thema schnell vom Tisch: kein eigener Garten, der Mietvertrag gibt das nicht her, die Hundehaare, der Dreck, die Verpflichtungen und die Einschränkungen.  Schließlich hatten wir bis zu unserem Umzug aus Flensburg gerade unsere Katze weg gegeben. Die andere zuvor mussten wir einschläfern. Das will ich nicht nochmal erleben. Und noch eine andere Katze hat sich während unseres Urlaubs bei den Schwiegereltern zum qualvollen Sterben in deren Keller verabschiedet. Das alles waren keine guten Vorzeichen, jetzt wieder ein Tier ins Haus zu holen. Schon gar keinen Hund.

Die Schlinge zieht sich zu

Mittlerweile sind fast vier Jahre ins Land gegangen. Wir wohnen wieder in unserem eigenen Haus mit einem kleinen Garten. Unser Großer wird bald neunzehn, und unsere Kleine ist gerade acht Jahre geworden. Kerstin arbeitet stundenweise in einem Minijob. Tut sie das nicht, sitzt sie oft zuhause, kümmert sich um Haushalt, Kinder und Schule. Wenn unser Mädchen größer ist,  wird es bestimmt möglich sein, wieder mehr zu arbeiten. Momentan wäre aber durchaus Luft für andere Aufgaben. So „ein kleiner süßer Hund“ (säusel) würde ihr sehr viel Motivation verschaffen, sich aufzuraffen, mehr nach draußen zu gehen und aktiver zu werden, statt auf der Couch manchmal die Stunden totzuschlagen.



Sie macht Ernst

Amy schläft auf der Couch

Amelies erster Abend bei uns

Noch hielt ich mich zurück, druckste rum, sagte nicht „Ja“ und nicht „Nein“, was mir letztlich zum Verhängnis wurde. Denn jetzt wurde sie aktiver. Sie machte langsam Ernst und tat die ersten Internetseiten mit diesen „süßen kleinen Hunden“ auf. Es dauerte gar nicht lange, da saßen wir eines Sonntags inmitten einer Hundeschar. Es war eine Pflegestelle der Pfotenhilfe Karlsruhe e.V., die rumänische Hunde nach Deutschland vermittelt. Oft handelt es sich um Hunde aus schwierigen Verhältnissen, Strassenköter, misshandelte und verwahrloste Hunde. Tiere mit derartigen Geschichten sind nichts für Hundeanfänger wie wir es sind, was schnell deutlich wurde.

Amy

Für einen zweiten Termin wurde uns dieses Mal ein Welpe zum Kennenlernen „reserviert“. Sie könnte passen, hieß es. Als die vier Monate alte Amelie um die Ecke kam und uns auf ihren kurzen Pfoten entgegen tapste, war es um uns geschehen. Unsere achtjährige Tochter war hin und weg. Es stellte sich schnell heraus, dass die anderen Hunde auf dieser Pflegestelle nicht für uns Anfänger geeignet waren. Außerdem war Amelie einfach zu süß und nicht vorbelastet. Als es ihr beim Spielen mit den anderen, größeren Hunden zu turbulent wurde, suchte sie instinktiv Schutz bei Kerstin. Eine Zeit lang schlief sie ruhig auf meinem Schoß. Hey! Wie viele Zeichen brauchen wir noch?

Vorkontrolle

Zwei Tage später kam Eva von der Pfotenhilfe mit Amy zu uns, um zu sehen, ob alles passte. Anfängliche Unsicherheiten, ob unser Zuhause den Ansprüchen des Vereins für Amy genügen würde, zerstreuten sich schnell. Sogar so schnell, dass wir gleich den ganzen Papier- und Dokumentankram erledigten. Es folgten die Übergabe der Impfbescheinigung, Entwurmungsnachweis, EU-Aus- und Einreisedokumente, Kaufvertrag usw. Fast wie die Jungfrau zum Kinde, kamen wir so auf den Hund.

Erste Spontanübernachtung

Kurzerhand erfolgte auch spontan die Übergabe von „Amy“, wenigstens für eine Nacht. Endgültig werden wir sie erst am 29. Juni übernehmen können. Das hat zeitliche und organisatorische Gründe. Zwischendurch werden wir sie für ein paar Tage holen, bevor sie endgültig ihre Koffer packt und bei uns einzieht. Dann geht´s ab in die Hundeschule. Dort gibt´s für den kleinen Welpen und uns noch viel zu lernen. 

Wir sind schon sehr gespannt, wie die ersten Tage und Wochen mit unserem neuen Familienmitglied werden und werden weiter berichten.

Vielen Dank an die Pfotenhilfe Karlsruhe e.V. für die gute Beratung und Betreuung und ihren Einsatz in Rumänien!


Das grosse Los für Amelie

„Happy End“ –  Foto der Pfotenhilfe Karlsruhe e.V. mit Link zur WEB-Seite 


 

Fotos: © Daniel Bär

3 comments

  1. Heike - Antworten

    Hallo Daniel,

    vielen Dank. Auch euch weiterhin alles Gute.

    Ich freue mich über weitere Beiträge von dir.

    LG

  2. Heike - Antworten

    Guten Tag!
    Eine echt tolle Geschichte. Ein Hund in der Familie ist einfach nochmal so das Tüpfelchen auf dem i. Wir hatte lange Jahre einen Hund. Die engste Bezugsperson war eigentlich immer unsere Oma, weil die halt immer zuhause war und sich sehr oft und viel mit ihm beschäftigt hat. Leider ist unsere Oma dann an Demenz erkrankt und musste in eine Seniorenwohnung ziehen. Der Hund war tot unglücklich als sie nicht mehr da war und auch Omas Gesundheit nahm immer mehr ab. Meine Mutter ist ins Augustinum gezogen, dort sind zum Glück Haustiere erlaubt und der Service für Tiere ist dort der Wahnsinn, wie auch hier https://www.augustinum.de/premium-wohnen/wohnung/haustiere/ nachzulesen ist. Akuell lebt unser Toni bei der Oma in der Seniorenwohnung und beide sind wieder totaler happy. Wir waren natürlich anfangs etwas traurig darüber das der Toni nicht mehr da ist. Aber ich finde es trotzdem immer wieder erstaunlich was Hunde bei einem Menschen bewirken können.

    Liebe Grüße
    Heike

    • Daniel Bär - Antworten

      Liebe Heike,
      vielen Dank für Deine Geschichte. Obwohl sie irgendwie traurig klingt, hat sie nun doch ein gutes Ende gefunden. Schön, dass dort auch Haustiere erlaubt sind. Ist ja nicht selbstverständlich. Euch, Toni und der Oma wünsche ich alles Gute, und dass sie noch lange zusammenbleiben können.
      Liebe Grüße aus Karlsruhe
      Daniel

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: