Im WEB, als APP, im BETT – Warum die digitale Tageszeitung Augen, Nerven UND die Umwelt schont

Schonkost für Augen und Nerven

Zuerst wurde der Arm immer länger, dann verschwammen die Buchstaben immer mehr, und am Ende konnte ich gerade noch die Schlagzeilen erkennen. Die Rede ist von der Tageszeitung. Der Glaubenssatz „Guter Wille braucht keine Brille“ half irgendwann auch nicht mehr. Mit Lesebrille verkürzte sich zwar der Abstand zwischen Zeitung und Auge wieder. Wirklich zufrieden war ich damit aber auch nicht.

Das Geraschel am Frühstückstisch, wenn der andere am Radio die Nachrichten verfolgt. Dieses unhandliche Format – von Tageszeitungen allgemein. Wenn du einen Artikel auf Seite 2 noch einmal lesen willst, während du dich schon bis zur Seite 15 durchgekämpft hast, verlierst du irgendwann die Orientierung. Zwischenzeitlich machen sich am Tisch starke Aufmerksamkeitsdefizitsymptome breit. Der Sohn verlangt den Sportteil, meine Frau verzweifelt den Lokalteil. Hast du alles verteilt, bleiben für dich nur Weltpolitik und ein paar Todesanzeigen übrig. Erste und letzte Seite halt. Für den Nachbarn ist die Zeitung später ohnehin nicht mehr lesbar, jedenfalls nicht mehr in der korrekten Seitenfolge 1 bis  28. Da helfen nur Origami-Kenntnisse. Nichts für mich. Ich brauche jetzt meinen Kaffee. Die Druckerschwärze am Daumen verlässt den selbigen über den weißen Kaffeebecher und böte der Spurensicherung gute Arbeitsbedingungen…

Das Angebot

Das Angebot des Schleswig-Holsteinischen-Zeitungsverlages kam da gerade recht. Umstieg auf die digitalisierte Tageszeitung inklusive Apple iPad zu einem vergünstigten Paketpreis. Klar, dass die Papierversion dann Geschichte sein würde, um der Familie die Investition wenigstens einigermaßen als wirtschaftlich verkaufen zu können.

Die Reaktion auf meinen Vorschlag war beim zeitungslesenden Teil der Familie – also bei meiner Frau, sagen wir – eher zurückhaltend. Doch spätestens nach ihrem vergeblichen Versuch, den Abschnitt eines analogen Zeitungsartikels vor meinen verblüften Augen mit zwei Fingern vergrößern zu wollen, hatte ich -nachdem wir uns erst ungläubig ansahen und dann vor Lachen auf dem Fußboden lagen(ROLFL!) –  leichtes Spiel. Da ich aus beruflichen Gründen bereits im Besitz eines Tablet-PC war, ergab sich so DIE Gelegenheit, mit einem Zweitgerät dem täglichen Papierwahnsinn an Zeitungen und Werbebeilagen zu entkommen. Außerdem konnte jeder lesen, was er wollte und wo er es wollte. Im WEB, als APP, im Bett oder im Auto, Bus oder in der Straßenbahn.  Mit dem Einzug der digitalisierten Tageszeitung in unseren Haushalt traten schnell die Vorzüge hervor. Einmal als PDF zuhause heruntergeladen, lässt sich die Zeitung bequem auf längeren Autofahrten oder Bahnreisen lesen. Wer im Urlaub Zugang zu einem WLAN-Hotspot hat, muss auch dort auf seine Tageszeitung nicht verzichten und kann sie einfach herunterladen. Besonders augenschonend ist es, einzelne Artikel mit den Fingern bequem auf Displaygröße zu bringen. Mit der Bildschirm-Fotografie-Funktion der Tablet-PC lassen sich einzelne Artikel vergrößern, als Foto abspeichern und per eMail oder WhatsApp leicht verschicken oder in sozialen Netzwerken teilen.

E-Paper

E-Paper

Zuhause fällt der lästige Papiermüll weg. Bunte Prospektbeilagen befinden sich häufig als eigene Datei im digitalen Archiv der Tageszeitungen und können separat herunter geladen werden – wenn Ihr wollt. Nervenschonend ist die digitale Version außerdem: die Seiten befinden sich immer in der richtigen Reihenfolge. Ihr könnt diese entweder direkt aufrufen oder nach Stichwörtern z.B. aus Überschriften oder Artikeln suchen. Ihr müsst keine Origami-Helden sein, um die zerfledderte Zeitung auf dem Frühstückstisch wieder in den Originalzustand zu versetzen. Ihr könnt Sie weiterhin mit Eurer Nachbarin oder Eurem Nachbarn teilen, in dem Ihr das PDF einfach per eMail an sie oder ihn verschickt – sogar aus Eurem Urlaub. Natürlich könnt Ihr die Zeitung auch ausdrucken und sie dem Nachbarn vor die Tür legen, was aber eher selten gemacht wird – höchstens druckt man mal einen speziellen Artikel für´s eigene Fotoalbum aus.

Insgesamt überwiegen für mich die Vorteile. Wenn ich mal wieder eine Papierzeitung lesen möchte, gehe ich zum Zahnarzt oder zum Friseur. Ha,ha. Manchmal kaufe ich mir eine besondere Zeitung am Bahnhofskiosk, aber eher selten. Ein paar Bücher besitze ich ebenfalls noch. Es flattern genug gedruckte Zeitungen und Prospekte ins Haus. So geht das nostalgische Gefühl für eine echte Zeitung oder ein echtes Buch nicht so schnell verloren. Alles lässt sich eben nicht digitalisieren. Das ist auch völlig in Ordnung so. In puncto Tagesszeitung hat mich die elektronische Variante mittlerweile überzeugt.

Lest Ihr Eure Tagezeitung auch schon digital? Was sind Eure Erfahrungen? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Meinungen.


Bildnachweis: lizenzfrei von www.pexels.com

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