Lauflicht im Test

 Sommerzeit / Winterzeitumstellung. Den Quatsch braucht kein Mensch




Unausweichlich rückt die Winterzeit heran. Und mit der Umstellung der Uhren damit wohl auch die sinnloseste energiepolitische Maßnahme in Deutschland seit 1980. Mit der Begründung, durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie zu sparen, bringen wir seit fast 40 Jahren den Biorhytmus von Mensch und Tier durcheinander. Laut Studien gibt es am Montagmorgen nach der Zeitumstellung von der Winter- / Normalzeit auf die Sommerzeit mehr Verkehrsunfälle als an einem gewöhnlichen Montagmorgen. Mal davon abgesehen, dass sich jährlich aufs Neue fast kein Mensch merken kann, ob die Uhr im Winter vor-oder zurückgestellt wird, braucht diesen Quatsch kein Mensch. Vor allem wir Läufer könnten gut bei der Sommerzeit bleiben. Meine Feierabendrunde werde ich die kommenden Monate wohl im Dunkeln absolvieren müssen. Ein Lauflicht muss her.

Letzten Winter nur am Wochenende gelaufen

Im vergangenen Jahr habe ich mein Laufen auf´s Wochenende beschränkt, weil ich da im Hellen laufen konnte. Jetzt will ich das nicht mehr. Also habe ich im Internet gestöbert und mir ein Lauflicht bestellt. Wichtig waren mir zwei Dinge:

  1. Auf keinen Fall wollte ich so ein Ding am Kopf tragen
  2. Ich wollte nicht jede Woche Batterien wechseln

Im Ergebnis habe ich mich für folgendes Licht entschieden:

Lauflicht1

Quelle: amazon.com/de

Lauflicht – Qualität ok!

Made in China. Das war klar. Dass solche Sachen in Billiglohnländern produziert werden, konnte ich mir ja denken. Abgesehen davon war ich von der Materialverarbeitung allerdings positiv überrascht. Klar, das Plastikzeug hat kaum Gewicht (160g), aber wer will beim Laufen schon mehr mit sich herumtragen als nötig. Ein USB-Ladekabel wird mitgeliefert. Aufgeladen werden die LED an der Unterseite der roten Rückleuchte. Den USB-Stecker könnt Ihr zum Aufladen in eine freie Buchse Eures Notebooks stecken. Der Ladevorgang wird mit 5 Stunden angegeben, was ich für reichlich übertrieben halte.

Höhere Mathematik beim Anziehen

Wer in der Schule im Fach Mathematik gut aufgepasst hat und ein gewisses Talent für räumliches Vorstellungsvermögen mitbringt, dem sollte das Anziehen keine Probleme bereiten. Alle anderen brauchen dazu ein klein wenig länger. Letztlich erschließt sich die Technik jedem, der nach dem Grundsatz handelt, dass das weiße Licht vorne und das rote Licht hinten leuchten soll. Warum der Schriftzug „RUNNING LIGHT“, welches unter dem rechten Arm zur Rückleuchte durchführt auf dem Kopf steht, lässt sich nur so erklären, dass der Werksarbeiter zu tief ins Glas geschaut haben muss, als er die Bänder zusammenknotete (?) Ein kleiner Schönheitsfehler, mehr nicht. Die Bänder sind flexibel, dürften aber bei Menschen mit größerem Brustumfang als ich schnell (s. Fotos) überstrapaziert werden. Viel weiter lässt sich die Konstruktion nicht mehr einstellen.

high beam – low beam – strobe

Die Bedienungsanleitung wird leider nur in englischer Sprache mitgeliefert. Die wichtigsten Punkte habe ich im Folgenden zusammengefasst. Der Lichtstrom wird in der höchsten Stufe (high beam) mit 250 Lumen angegeben, in der niedrigen Stufe (low beam) mit 90 Lumen und im Stroboskopbetrieb (strobe) mit 180 Lumen. Entsprechend ergibt sich daraus eine Betriebsdauer zwischen 2 und 5 Stunden. Der Einschaltknopf befindet sich neben der Kabelführung an der weißen Frontleuchte. Beim ersten Knopfdruck schalten die LED in den High-Beam-Modus, beim erneuten Lauflicht8Drücken  in den Low-Beam-Betrieb und beim nochmaligen Drücken kriegt Ihr die volle Strobo-Disco-Light-Dröhnung. Das ist auf Dauer ziemlich nervig. Der Strobe-Modus macht vielleicht Sinn, wenn Ihr im Großstadtgetümmel unterwegs seid, wo ihr Euch von den üblichen Verkehrslichtern abheben wollt. Wer zu epileptischen Anfällen neigt, sollte damit nicht im  stockdunklen Wald unterwegs sein. Die Leuchtweite wird mit 0-20 Metern angegeben, die Wasserdichtigkeit mit IP65. Was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat, habe ich hier einmal verlinkt. Kurz gesagt: Regen- und Spritzwasserschutz ok, für Tauchgänge eher nicht geeignet ;-).

Die Rückleuchte strahlt mit 8 LED. Die 5 Leuchtdioden unterhalb des Dreiecks sind sogenannte  Indikatoren-LED, die den Ladezustand der Lampe beschreiben. Leuchtet in dieser Reihe z. B. nur noch ein Lämpchen, dann sollte sie bald wieder aufgeladen werden. 

Nicht auf´s Pferd damit

Dem Hersteller scheint der Hinweis wichtig zu sein, dass die Leuchte nicht zum Reiten geeignet ist. Ob wegen der mangelnden Leuchtweite oder weil die Pferde scheuen, wird nicht näher ausgeführt. Also die Lampe bitte nur beim Laufen, Gehen, Joggen usw. verwenden.

Praxistest: Ab in den Wald

Für einen ersten Test habe ich mich auf die alte, ungenutzte B36 in Graben-Neudorf begeben. Hier sind nur noch Radfahrer, Spaziergänger und eben Läufer unterwegs. Die Strasse ist umgeben von Wald und ideal, um im Kammerforst mit den vielen abzweigenden Wege viele Kilometer zu „reißen“. Die Leuchtweite im High-Beam-Modus ist absolut überzeugend. Befürchtungen, die Lampe würde mich beim Laufen selbst blenden, blieben unbegründet. Der Lichtkegel streut weit und die angegebenen 20 Meter werden überraschend gut ausgeleuchtet. Da freue ich mich schon auf meine ersten Dunkelläufe. Wie schon einige Absätze zuvor beschrieben, ist der Strobe-Modus absolut nervig. Das Geflacker geht einem dermaßen schnell auf den Geist, dass von einem entspannenden Workout keine Rede sein kann. 

Fazit

Trotz anfänglicher Skepsis bin ich positiv überrascht worden. Ich bin froh, dass ich die Alternative einer Stirnlampe schnell verworfen habe. Ich glaube, mich hätte das schnell genervt. Besonders, weil ich im Winter gerne mal eine Mütze trage. Meine Frau nutzt die Lampe mittlerweile bei der abendlichen Hunderunde. So erfüllt sie noch einen zusätzlichen Zweck. Das bequeme Aufladen über USB und das ultraleichte Gewicht machen die Lampe zu einem kostengünstigen Allrounder in Sachen Outdoor-Sport und Freizeit.


Fotos: © Daniel Bär


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