Graben-Neudorf bewaffnet sich

zu BNN vom 14.02.2017: „Die Leute fühlen sich nicht mehr sicher“

2016 hat sich die Anzahl der so genannten kleinen Waffenscheine im Landkreis Karlsruhe mit 2.902 nahezu verdoppelt….“und auch aus Graben-Neudorf wird eine deutliche Zunahme der Anträge gemeldet.“ Das schreibt die BNN in der heutigen Ausgabe.

Das Sicherheitsgefühl in unserer Gemeinde hat offenbar deutlich nachgelassen, obwohl es sich nicht durch erhöhte Vorkommnisse belegen lässt. Ich möchte mit diesem Artikel keine politische Diskussion um die zunehmende Verunsicherung  – gefühlt oder tatsächlich – los treten. Viel mehr treibt mich die Frage, ob das Mitführen von Schreckschusswaffen (mit Signal- oder Reizstoffen) oder auch das Mitführen von Pfefferspray in einer wirklichen Gefahrensituation die Situation nicht eher verschärft statt deeskaliert. Man muss in einer akuten Bedrohungslage immerhin noch in der Lage sein, seine Schreckschusswaffe oder das Reizgasspray so zu bedienen, dass man sich nicht selbst in Gefahr begibt. Was, wenn ein Täter die Waffe an sich reißt und den Spieß umdreht? Was, wenn ungünstige Windverhältnisse das Reizgas in die eigenen Augen treibt statt in die des Angreifers? Was, wenn sich ein Täter eine echte Schusswaffe besorgt hat und sich durch die (identisch aussehende) Schreckschusswaffe plötzlich eine vermeintliche Pattsituation ergibt? Wer denkt an die – möglicherweise tödlichen- Folgen? Das sind alles keine schönen Vorstellungen und derlei Bewaffnungen bergen letztlich mehr Gefahren als dass sie meiner Meinung nach tatsächlich nutzen.

Viel sinnvoller und effektiver mögen so genannte Personenschutzalarme sein, die es für wenig Geld zu kaufen gibt. Die machen einen Höllenlärm (140db) und erregen sofort die öffentliche Aufmerksamkeit, die jeden potentiellen Angreifer in die Flucht schlagen oder zumindest gehörig in Schrecken versetzen. Außerdem sind sie leicht bedienbar. Für Senioren ebenso wie für Kinder. Das dient letztlich der Sache mehr als der Auftritt mit gezückter Schreckschusswaffe. Bleibt außerdem die Frage, ob Angriff und Verteidigung immer in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Wenn ich mich als Opfer am Ende noch wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten muss – was durchaus passieren kann- , dann muss ich mir schon vorher überlegen, ob meine Bewaffnung die richtige Wahl des Mittels war.

Was meint Ihr?


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