Männersachen: Flachbildfernseher vs. Beamer

Vorwort




Nach den ermutigenden Kommentaren zu meinem Blog denke ich darüber nach, ob ich die Artikel für meine Zielgruppe nicht aufteilen soll in „Männersachen“ und „Frauensachen“. Die Frage, die ich mir dabei stelle ist die, ob ich damit gleichermaßen beide Gruppen erreiche. Schließlich würde das Thema „Frauensachen“ die Dinge immer aus Männersicht behandeln – was es wiederum amüsanter machen dürfte. Fragt sich nur für wen. Ha,ha. 😉 Viele Artikel werden von Männern UND Frauen gelesen. Momentan steht es fifty/fifty mit einem halben Überhangmandat auf Männerseite.

malefemaleMaennerFrauen Mit dem hiesigen  Artikel dürfte sich der blaue Halbkreis danach etwas vergrößern, weil DAS ja nun wirklich ein klares Männerthema ist: Flachbildfernseher versus Beamer. Frauen reicht es, wenn sie wissen, wo sie zum Anschalten draufdrücken müssen und wenn  sie jemanden haben, der die Leinwand aus der Decke zieht – wenn´s nicht schon per Fernbedienung automatisch geht. Und selbst da stellt sich immer wieder die Frage: Welcher Knopf war´s denn nun? 

Schluss mit den Verallgemeinerungen, sonst hat die Grünenfraktion bald gar keine Sitze mehr im Lifestyle50plus-Parlament. Und das will ja auch keiner, ich am wenigsten. Zum Thema.

Anlass

Nachdem uns innerhalb eines Jahres zwei Fernsehgeräte im Stich gelassen haben, die außerdem derartig schwer waren, dass wir uns beim Entsorgen fasst einen Bruch gehoben hätten, fiel die Entscheidung für einen Flachbild-TV relativ leicht. Je größer desto besser – aber auch exponentiell teurer. Mit jedem Zoll Bildschirmdiagonale mehr stieg der Preis gefühlt um mindestens 100 Euro. Das war 2006. Und ein Leichtgewicht waren die Fernseher damals auch noch nicht. Wir entschieden uns für ein Samsung-Modell, dessen Bildschirmgröße sich an unserem schmalen Budget orientierte. Samsung-Bildschirme liefern nach unserem Dafürhalten einfach das beste und schärfste Bild. Bis heute. Und beim Bild machen wir keine Kompromisse, auch wenn andere Marken mit gleicher Schirmgröße deutlich günstiger gewesen wären. 

SD, HD, UHD, 4K,QFHD, UHDTV – wer blickt da noch durch?

Die Entwicklung in der Unterhaltungselektronik macht von Jahr zu Jahr größere Quantensprünge. Ein Fernsehgerät der neuesten Generation gilt nach spätestens 12 Monaten als veraltet. SD, HD, UHD oder 4K sind Begriffe, die immer schneller von neuen Abkürzungen abgelöst werden. Dabei hat man noch nicht einmal verstanden hat, welche Technologien sich hinter den „alten“ Ausdrücken verbergen.  SD (Standard Definition) ist ultra-veraltet und guckt nur noch der, der entweder ein Röhrengerät besitzt oder noch nie ein Full HD-Bild gesehen hat. Unsere Nachfolgegeneration würde dazu sagen: „Bei dem Fernsehbild kriegst Du Augenkrebs.“ Das war mit ein Grund, warum wir Kinder unseren Eltern im letzten Jahr zur Goldenen Hochzeit einen Flachbildfernseher geschenkt haben. Das alte Erbstück vom verstorbenen Onkel -natürlich ein Röhrengerät- wog mindestens 100kg und das Bild war so schrecklich, dass wir befürchten mussten, unsere Eltern bekommen über kurz oder lang einen Augenschaden, wenn sie noch weiter in diese alte Röhre glotzten. Mit Sicherheit spielte auch das Gewicht eine Rolle. Wie sollte es mein 70jähriger Vater jemals alleine -oder auch mit meiner Mutter zusammen – schaffen, das schwere Ding über drei Stockwerke in den Keller zu wuchten? Ich weiß bis heute nicht, wie sie das Teil nach oben geschafft haben. Ach, stimmt ja, da waren sie auch noch zwanzig Jahre jünger. Wahnsinn, oder? Nachfolgend erhaltet Ihr zur allgemeinen Orientierung eine kleine Begriffserklärung zu den aktuellen Auflösungsformaten.

Aktuelle Auflösungsformate

  • Full HD (High Definition): 1.080 Pixel Höhe 1.920 Pixel Breite (Pixel = Bildpunkte)
  • 4K meint die ungefähre Anzahl von 4000 horizontalen Bildpunkten (also 2 x HD-Breite und 2 x HD-Höhe)
  • QFHD-Standard (Quad Full High Definition, 4K2K): 3.840 x 2.160 Bildpunkte
  • Ultra HD: 4.096 x 2.160 Bildpunkte
  • UHDTV (Ultra High Definition Television): 7.680 × 4.320 Bildpunkte – eine fast 8-fache Full HD-Auflösung

Mit den Jahren – also nach einem Jahr – war unser TV-Gerät auch schon wieder veraltet. Die neuen Geräte hießen jetzt Smart-TV und konnten sogar mit dem Internet verbunden werden. Außerdem waren sie erheblich leichter geworden, was die Entsorgung für die Anschaffung der kommenden TV-Generationen zukünftig wohl vereinfachen soll. Wir Kinder haben in unserem Leben maximal einen Gerätewechsel erlebt – nämlich den vom Schwarz-Weiß- zum Farbfernseher. Mit Glück hatte er noch eine Fernbedienung.  

Schwarzweiss_TV-lifesytle50plusBeamer oder Smart-TV?

Da das Verhältnis der Bildschirmdiagonale mit dem Abstand zu unserer Sitzposition – aus besagten Budgetgründen- nicht korrelierte, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Marktangebot neue Begehrlichkeiten in uns weckte. Aus Kostengründen war auch die Anschaffung eines Beamer optional. Damit wäre die Bildschirmgrößenproblematik mit einem Schlag vom Tisch gewesen. Unser Fernsehgerät musste nicht ins Internet. Da hörte man ja auch die tollsten Geschichten, wie Hacker sich auf die im Smart-TV verbauten Kameras Zugriff verschafft haben sollen.  Fernsehzuschauer, die gar nicht fernsehen wollten, wurden auf ihrem eigenen Sofa Opfer von Voyeuren. Immer mehr Smart-TV-Besitzer gingen dazu über, die kleinen Kameralöcher mit Paketband abzukleben, um ihre Privatsphäre zu schützen.  Nein, das wollten wir nicht. Nicht, dass wir auf dem Sofa…nein. Es musste einfach nicht sein.

DLP- Technologie (Spiegel)

Letztlich fiel die Entscheidung auf den Beamer. Das Preis-Leistungsverhältnis war angesichts der zu erwartenden Bildschirmdiagonale von 100 Zoll einfach unschlagbar. Bei der Wahl der Projektionstechnologie hatten wir uns zunächst einen Beamer mit „dlp-Technik“ bestellt. DLP steht für „Digital Light Processing“. Dabei wird jeder Bildpunkt durch einen winzig kleinen kippbaren Spiegel erzeugt, der elektronisch gezielt angesteuert wird. Die Helligkeit wird durch schnelles Pulsieren der Spiegel erreicht. Dabei werden die Mini-Spiegel bis zu 5.000-mal pro Sekunde bewegt. Ein schnell rotierendes Farbrad erzeugt ein Farbbild, wobei der Bildwandler nacheinander sechs bis sieben Farbsegmente projiziert, um eine ordentliche Farbmischung zustande zu bringen. Der Vorteil dieser Technologie liegt in der besseren Darstellung heller und dunkler Flächen. Schwarz ist wirklich schwarz und kein dunkles, verwaschenes Grau wie bei anderen Projektionsarten.

Nachteil: Bei schnellen Bewegungen auf der Leinwand z.B. bei Sportübertragungen, kann es vorkommen, dass empfindliche Augen dort Regenbogenfarben wahrnehmen. Wird z.B.  bei Fußballübertragungen der Ball vom Torhüter beim Abstoß schnell nach vorne geschossen, kann einem die Fluglinie des Balls wie ein kleiner Regenbogen vorkommen. Das liegt daran, dass die Projektion der Farben nacheinander erfolgt. Bei schnellen Bewegungen schafft es das träge Auge nicht, den Farbeindruck „weiß“ wahrzunehmen und nimmt nur den Effekt der Grundfarben wahr. Technisch lässt sich das Problem mittlerweile lösen, doch macht es den Projektor dadurch auch deutlich teurer. 

Nach 5 Minuten war der Test auf diesem Gerät deshalb für uns vorbei. Wir konnten uns nicht vorstellen, diesem störenden Effekt auf Dauer ausgesetzt zu sein. Wir schickten das Gerät direkt wieder zurück. Doch war LCD besser?

Flachbildfernseher -lifestyle50

LCD-Technologie (Flüssigkeitskristallprojektoren)

Der LCD-Beamer hat uns wirklich schnell überzeugt. LCD steht für „Liquid Crystal Display„. Diese funktionieren -stark vereinfacht gesagt – wie Diaprojektoren. Statt eines Dias kommen Flüssigkeitskristallanzeigen zum Einsatz. In den drei Grundfarben voneinander getrennte LCD-Matrizen werden übereinander gelegt und so zu einem Bildpunkt zusammengefügt. Die Pixel sind scharf voneinander abgegrenzt. Texte und Grafiken werden dadurch gut lesbar. Auch die Farben waren kräftiger. Außerdem – und das kam uns budgetmäßig entgegen – sind diese Beamer relativ preiswert. Der einzige „Nachteil“, wenn man den als solchen bezeichnen mag, ist die auf der Leinwand sichtbare Pixelstrukur („Fliegengittereffekt“). Mit unserem neu angeschafften HD-Beamer aus 2015 ist dieses Problem mittlerweile auch behoben.

(Erklärungen teilweise aus www.wikipedia.de entnommen)

Unsere Erfahrungen nach 10 Beamer-Jahren

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Wir haben immer noch unseren „veralteten“ Flach-TV für den „Normalgebrauch“ und nutzen unseren (neuen) HD-Beamer (Epson EH-TW5200 LCD-Projektor / Full-HD, 2000 ANSI Lumen, HDMI, USB)  für Sportübertragungen und unsere heiß geliebten DVD/BluRay-Kinoabende. Aber auch TV-Shows kommen auf der Riesenleinwand dynamischer rüber als auf dem Fernseher. Ein Smart-TV mit einer Bildschirmgröße von 100 Zoll kommt allein aus Kostengründen für die Wenigsten infrage. Der Beamer schlug damals mit 592,00 € zu Buche. Wir lieben große Bilder und haben bei der letzten Neuanschaffung auch Wert darauf gelegt, dass er 3D kann. Und er kann. Auch wenn die Anzahl wirklich guter 3D-Filme überschaubar ist, macht es doch riesigen Spaß, auf so einer großen Leinwand gemeinsam mit dem Tauchteam durch die Räume der versunkene „Titanic“ zu schweben. Es ist, als ob man selbst dabei wäre. Ein Wechsel auf ein „normales“ TV-Gerät steht bei uns nicht mehr zur Diskussion. Zu nostalgisch ist das Kino-Feeling mit Projektor, Leinwand und Popcorn. Auch wenn es nur „Puschen-Kino“ ist, der Beamer ist aus unserem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Und bei der anstehenden Fußball WM ist volles Haus garantiert.

TIPP: Wenn Ihr einen Full-HD Beamer nutzt, dann bucht für mtl. ca. 6,00 € unbedingt HD+ dazu. Die SD-Auflösung mancher Privatsender ist einfach nur gruselig.

Habt Ihr auch einen Beamer ? Was sind Eure Erfahrungen vs. Smart-TV?


Bildnachweis: Daniel Bär, lizenzfrei von www.pixels.com

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