Bücherei Graben-Neudorf: “Volle Kanne Koala”

Kinderbuch-Bestsellerautorin Alice Pantermüller zu Gast

Schon im Alter von 6 Jahren schrieb sie die ersten Geschichten. Und in ihre Schulhefte schrieb sie nicht nur ihre Matheaufgaben… . Bald war klar: “Ich werde Buchschreiberin!” Alice Pantermüller ist in Flensburg geboren. Ein paar Straßenecken weiter vom Elternhaus Kerstins (meine Frau)  ist sie aufgewachsen. Klar, dass man sich kannte und in die selbe Schule ging. Gar nicht klar, dass die Verbindung bis heute hielt, auch wenn Alice mit ihrer Familie mittlerweile in Marwede (Niedersachsen) wohnt und wir in Graben-Neudorf eine neue Heimat gefunden haben. Umso mehr freute es uns, dass es geklappt hat, Alice im Rahmen ihrer Lese-Reise zum 4. Waldbronner Kinder- und Jugendbuchtag für eine Extra-Lesung in unserer Bücherei zu gewinnen. Klar war auch, dass Alice bei uns übernachten sollte. So hatten wir – besonders aber Alice und Kerstin – nach Jahren mal wieder Gelegenheit, sich über die alten Flensburger Zeiten zu unterhalten. Aber auch ihre Erfolgsgeschichten als Autorin kamen dabei nicht zu kurz.

1 Million verkaufte Bücher in 5 Jahren

Innerhalb von nur fünf Jahren eroberte sie mit  “Mein Lotta-Leben” die Bestsellerlisten von Spiegel, Stern und Focus und gehört mit mehr als einer Million verkaufter Bücher zu den erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen unserer Zeit. In knapp fünf Jahren wurden ihre Bücher in mehr als zehn Sprachen übersetzt, zuletzt ins Chinesische. Die Veröffentlichung von Band 12 der Lotta-Abenteuer liegt in den letzten Zügen, an Band 13 schreibt sie gerade. Gemeinsam mit der Münchner Illustratorin Daniela Kohl sind die Bücher auch in ihrer Gestaltung ein optischer Leckerbissen.

Zu Besuch in der Gemeindebibliothek Graben-Neudorf

In der Gemeindebibliothek ist Alice Pantermüller keine Unbekannte. Mit Lottas Abenteuergeschichten  und auch mit Linni von Links´ Wunschträumereien, endlich berühmt zu werden, ist die Bücherei gut ausgestattet. Die beiden vierten Klassen der Erich-Kästner-Schule erwarteten deshalb mit Spannung, was ihnen Alice heute mitgebracht hat. Schon gleich zu Beginn gaben sich einige Mädchen als Fans zu erkennen. Und sie waren auch inhaltlich voll im Bilde. Wo “Floribunda” liegt, wissen nur diejenigen ganz genau, die sich mit Alice Pantermüllers Erstlingswerk “Bendix Brodersen – Angsthasen erleben keine Abenteuer” auseinander gesetzt haben. Und mit diesem Buch startete Alice auch gleich in den Vormittag, aus dem sie leidenschaftlich, gestenreich und ausdrucksstark vorlas.  Die Südseeinsel Floribunda ist von den letzten Dinosauriern der Welt bewohnt. Bendix kommt in den Besitz eines echten Dinosaurier-Eies, was ihm so manches Abenteuer beschert. Schon mal was von Dinosaurierallergie gehört? Gibt´s.

Nicht ohne Stolz erkannte einer der Schüler auf der Leinwand als Einziger das Bild eines Archaeopteryx´, der als Urvogel gilt und in diesem Roman ebenfalls eine Rolle spielt.

Auf die Frage, wer denn ebenfalls das Schreiben für sich entdeckt hat, meldete sich eine Schülerin, die erzählte, dass sie gerade dabei sei, ein Buch mit Geistergeschichten zu schreiben. “Klasse!” und “Viel Erfolg!” gab Alice der stolzen Schülerin mit auf den Weg.

Lotta

Dann stellte Alice Pantermüller ihre “Lotta” vor und erwähnte so ganz nebenbei, dass sie die Geschwister von Lotta, die Blödbrüder nämlich, die in Wirklichkeit Jakob und Simon heißen, genauso genannt hat, wie ihre eigenen Kinder. Aha!  Mittlerweile sind DIE aber schon groß und auch nie wirklich Blödbrüder gewesen. Bei Lotta wussten Einige aus der Runde ganz genau Bescheid: Mit der  Schlangenbeschwörer-Flöte kann man nämlich nicht nur Schlangen, sondern auch Regenwürmer und Käsebrot beschwören, was dem Vernehmen nach noch nicht mal schlecht funktionieren soll. “Mein Lotta-Leben”- ist die bekannteste und erfolgreichste Buchreihe von Alice, was sich in der Interaktion mit dem Publikum deutlich widerspiegelte.

Deshalb gehörte der Rest der Lesung dem aktuellen Band “Volle Kanne Koala”. Darin will Lotta unbedingt zu den Koalas nach Australien und muss dafür einen Gewinner-Deckel aus der Koala-Gewinnaktion ergattern. Weil Cola aber so verdammt ungesund ist und die Eltern sich weigern, auch nur eine einzige Flasche zu kaufen, muss sie sich etwas anderes einfallen lassen, um ihr Ziel zu erreichen. Ob die Flöte hier helfen kann? Am spannendsten Punkt machte Alice unvermittelt Schluss mit dem Vorlesen, schließlich sollen ihre Fans selbst herausfinden, wie die Geschichte endet. Die Buchübersetzungen, die zwischenzeitlich durch die Reihen gingen, hinterließen große Fragezeichen in den Gesichtern angesichts der seltsamen Schriftzeichen, die offensichtlich schwer einer eindeutigen Sprache zuzuordnen waren. “Irgendwas Asiatisches, weil von rechts nach links geschrieben wird” mutmaßte der Eine, “Indonesisch” konkretisierte die andere, “Indisch” noch eine andere. Mit jedem Nein griff die Hilflosigkeit weiter um sich, und am Ende wurden einfach alle Sprachen in den Saal gerufen, die die 40-köpfige Schülerschar kannte, in der Hoffnung, doch noch einen Zufallstreffer zu landen. Es half alles nichts, Alice musste das Geheimnis um die eigenartige Schrift lüften: “Hebräisch”. Und wo wird Hebräisch gesprochen? Jemand erinnerte sich dunkel an den Religionsunterricht und nannte dann treffsicher das Land: Israel. Großes Erstaunen.

Dann war auch schon Schluss. Leider. Für die Viertklässler verging die Zeit wie im Fluge, denn in den vergangenen eineinviertel Stunden waren kaum Anzeichen von Ermüdung oder gar Langeweile festzustellen gewesen. Alice Pantermüller hat es mit ihrer ihr eigenen Art geschafft, ihr Publikum von Beginn an mitzunehmen auf die fantastischen Reisen von Bendix und Lotta. Mit Spannung bleibt abzuwarten, was aus Alice Pantermüllers Feder noch so fließen wird, denn eins steht fest: Mit Lotta wird es noch weitere Abenteuer zu bestehen geben. Vielleicht schreibt sie ja auch bald ein Erwachsenen-Buch? Wer weiß!


Wer auch in Zukunft nichts verpassen möchte, klickt einfach hier: www.alice-pantermueller.de


Bildnachweis: ©Daniel Bär

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