Breitband: Von 0 auf 100 in 16 Jahren?

Die Maulwürfe haben fertig. Und wir sind stolze Besitzer eines Breitbandanschlusses in Graben-Neudorf. Es dürfte einer der ersten sein, wenn nicht DER erste. Wann hier aber Bits und Bytes durch die Leitungen flitzen, dazu konnte ich noch nichts in Erfahrung bringen. Auf der Internetseite unserer Gemeinde wird zwar ausführlich über den Breitbandausbau berichtet, aber auch hier suche ich Angaben zum Zeitplan vergeblich. Doch. Moment. Hier steht´s:

Insgesamt wird es etwa 16 Jahre benötigen, bis die gesamte Gemeinde mit Glasfaser versorgt ist.

Quelle: www.graben-neudorf.de

Wie die dort beschriebenen 3 Phasen in etwa zeitlich einzuordnen sind, fehlt leider ganz. Klar! Jeder will der Erste sein, um endlich hemmungslos zu surfen, zu zocken und zu streamen was die Leitung hergibt. Downkriechgeschwindigkeiten von dreieinhalb Mbit pro Sekunde sind in der heutigen Zeit einfach eine Zumutung. In einer vierköpfigen Familie, in der zwei im Internet surfen, der andere Musik streamt und der Vierte aktuelle Nachrichtenvideos gucken will – gleichzeitig wohlgemerkt – muss irgendwann alles zusammenbrechen. Da wird´s eng im Flaschenhals. Nicht, dass das unser Alltag wäre, aber es reicht ja schon, wenn zwei der Komponenten zusammen fallen. Da herrscht Frust beim Nachwuchs, wenn bewegte Sportbilder plötzlich zu stilllebigen Klötzchen werden. Das holt der Datenstrom bis zum Elferschuss nicht mehr auf, wenn direkt nach dem Foul das Bild einfriert.



Ich will nicht meckern. In Graben-Neudorf leben Menschen, die beim angegebenen Zeithorizont von 16 Jahren zeitlebens nicht mehr in den Genuss der Hochgeschwindigkeitsdatenautobahn kommen werden. Klingt hart, ist aber auch ein Teil der Wahrheit.

Ich erwarte ja nicht, dass mit dem Mauerdurchbruch morgen schon die Leitung  steht und ich auf Cloud7 durch den Datenhimmel düsen kann. Immerhin haben wir das Glück, genau an der Wegstrecke zu wohnen, an der gebuddelt wird. Ob das am Ende ein Vorteil ist, wird sich herausstellen.

Gerüchten zufolge konkurrieren die Ortsteile Graben und Neudorf darum, wer schneller ins Netz kann. Deswegen soll mal hier, mal drüben gebuddelt werden – abwechselnd sozusagen. Ob´s dadurch schneller geht, mag ich nicht zu beurteilen. Wenigstens ist die erste Investitions-Million auf die Ortsteile gerecht verteilt.

Im Prinzip hängt mein Überleben nicht davon ab, wie schnell hier jetzt alles geht. Mit der Leitung im Haus sind wir schon privilegiert genug. Trotzdem wäre es schön, einen ungefähren Fahrplan darüber zu haben, welche Bereiche wann ans Netz angeschlossen werden. Sollten wir am Ende doch erst im Jahr 2033 dran sein, dann will ich es dennoch optimistisch sehen: Die volle Datenpower bleibt alleine für meine Frau und mich. Unsere Kinder werden dann mit Sicherheit ihr eigenes, schnelles Internet haben. Zweitens habe ich als Rentner dann auch viel mehr Zeit, auf dem Datenhighway unterwegs zu sein. Und Drittens kann ich guten Gewissens sagen, dass ich mich rechtzeitig um alles gekümmert habe.

Nachtrag vom 28.06.2017

Es geht voran mit dem Ausbau. Hier gibt´s die Fakten zur ersten Informationsveranstaltung vom 27.06.2017 im Pfarrzentrum Don Bosco.


Bildnachweis: © Daniel Bär

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