5 Gründe, warum es langsam nervt…

Scrolle ich durch die Nachrichten meiner Nachrichten-Apps auf meinem Tablet, so stoße ich in letzter Zeit immer häufiger auf Artikelüberschriften wie: „Diese fünf Männertypen sollten Sie auf keinen Fall heiraten“ (Focus) oder „5 Gründe, warum Biertrinker nicht gleich dem ersten Harndrang nachgeben sollten“(Focus). Aber auch „Eine Familie schickt ihr Babyfoto an eine fremde Nummer – mit ungeahnten Folgen“ (netmoms) oder „Als diese Frau moderierte, achteten alle nur auf ihre Schultern“ (Huffington Post). Diese Aufzählung ließe sich beliebig lang fortsetzen, und so langsam geht mir diese Art, die Kundschaft zum Lesen dieser Artikel zu bewegen gewaltig auf den Zeiger. Warum? Hier meine fünf Gründe:

  1. Der Erkenntnisgewinn, der sich in der Beantwortung dieser scheinbar weltbewegenden Fragen ergibt, ist gleich Null oder zumindest so gewöhnlich, dass ich mich jedes mal über die verschwendete Zeit ärgere, die ich mit dem Lesen dieser Artikel verbracht habe.
  2. Immer mehr reift die Erkenntnis, dass die vielversprechenden Artikelüberschriften immer mehr zu einer Masche werden, um in einer unüberschaubaren Flut an Nachrichten wenigstens noch den Eindruck  zu erwecken, dahinter verberge sich der heilige Gral der Weisheit.
  3. Es lässt sich belangloser Boulevard kaum mehr von relevantem Informationsgewinn  unterscheiden, was es der Nachrichtenkundschaft immer schwerer macht, sich verlässlich zu orientieren.

4. +  5. …mehr erhellende Gründe kann ich selbst nicht nennen…

aber 5 Gründe hören sich halt besser an als 4 oder 2 Gründe, gilt doch die Zahl Fünf „in vielen östlichen und westlichen Kulturen als die Zahl der Liebe als unteilbare Summe der männlichen drei und der weiblichen Zahl zwei.“ (Quelle: „www.de.m.wikipedia.org“)

Gerade begegne ich wieder so einer Überschrift „Die Frage aller Frage: Von wegen Männersache: Darum sollten Frauen den Heiratsantrag machen“ (Focus)

Zugegeben, eine vielversprechende Überschrift. Ich habe es deshalb wieder getan, weil ich von Natur aus neugierig bin und in Folge dessen erwartungsvoll den Artikel geklickt. Schliesslich will ich ja wissen, warum ich nach 18 Jahren immer noch glücklich verheiratet bin, obwohl ich doch damals selbst den Antrag gemacht habe und eben nicht meine Frau. Offenbar , so suggeriert die Überschrift, stehen die Chancen für das üblicherweise unter Tränen der Rührung geschluchzte „Ja“ der Angebeteten deutlich besser, wenn die Frau selbst der Mann ist, und die Angelegenheit in die Hand nimmt.

Tenor des nun folgendes Textes: „Männer denken überhaupt nicht daran, für einen Heiratsantrag auf die Knie zu gehen. Das Ende der Beziehung?…“

Nein, das Ende des Artikels. Jedenfalls inhaltlich. Es ergibt sich auf die Frage aller Fragen im weiteren Verlauf des Textes nicht die mit Spannung erwartete Antwort, warum nun tatsächlich die Frau den Antrag machen sollte. Stattdessen lese ich ein Interview mit einer Paarpsychologin, die im Frage- und Antwortstil tausendfach gelesene Ratschläge um die Krisenfestigkeit der Liebe gibt, wie sie in sämtlichen Frauenmagazinen laufend rauf- und wieder runtergebetet werden. Und jetzt? Wieder macht sich Enttäuschung in mir breit. Wieder kein Wissensvorsprung, der mir doch anfänglich suggeriert wurde. Wieder habe ich meine Zeit mit diesem sinnlosen Artikel verplempert, während meiner Nachbar in seinem schattigen Liegestuhl  sein Nickerchen hält. Dabei bin ich jetzt noch nicht mal schlauer als er.

Ja, so erging es mir in der letzten Zeit immer öfter. Wochenlang. Doch so langsam komme ich dahinter, dass das alles nur ein abgekartetes Spiel und ein perfides Buhlen um die Leserschaft ist. Damit ist jetzt Schluss. Ich lasse mich nicht mehr davon beeindrucken. Äh, Moment. Gerade sehe ich was auf meiner Nachrichten-App: „Neue Studie beweist: Warum es ein Fehler ist, freitags im Internet zu bestellen“.

Ihr vom Focus macht mich noch wahnsinnig…..klick!
Blogverzeichnis - Bloggerei.de

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: